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Thorsten Brehm | Mein Blog aus dem Nürnberger Rathaus

Vom Fensterrecht

| 1 Kommentar

Kalt, grau, trist, eckig, normiert. Die meisten großstädtischen Wohnblocks überzeugen nicht durch eine lebenswerte Architektur oder durch Rücksichtnahme auf menschliche Bedürfnisse. Der Wiener Künstler Friedensreich Hundertwasser versuchte mit seiner Architektur auszubrechen. Organisch, individuell und lebendig sollten die Häuser sein. Deswegen hat er auch das Fensterrecht propagiert:

„Ein Mann in einem Mietshaus muß die Möglichkeit haben, sich aus einem Fenster zu beugen und – so weit seine Hände reichen – das Mauerwerk abzukratzen. Und es muß ihm gestattet sein, mit einem langen Pinsel – so weit er reichen kann – alles außen zu bemalen, so daß man von weitem , von der Straße sehen kann: Dort wohnt ein Mensch, der sich von seinen Nachbarn, den einquartierten versklavten Normmenschen, unterscheidet.“

Vielleicht sollten wir auch in Nürnberg einmal das Fensterrecht ausrufen. Etwas mehr Farbe könnte nicht schaden.

Thorsten

Autor: Thorsten

kandidiert 2020 als Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Nürnberg.

Ein Kommentar

  1. “Früher haben die Maler Häuser abgemalt. Heute müssen die Maler Häuser erfinden und es müssten die Architekten die Häuser den Bildern nachbauen.” (Hundertwasser, Ende der 90er)
    Leider hatte in Nürnberg ja niemand den Mut einen Hundertwasser zu bauen. Die kontroverse Diskussion um so ein Haus hätte uns jedenfalls gut getan. Schade dass damals keiner die Idee hatte. Bei aller (mitunter auch berechtigter) Kritik an dem oft als naiv gescholtenen Hundertwasser, sein Thema war doch die gebaute Welt nicht nur bunter sondern auch lebenswerter und schöner zu machen. Ein symathischer und zutieftst menschlicher Ansatz, “denn die schönen Häuser gibt es nicht mehr”.

    (PS: Glückwunsch zu Deiner gelungenen Internetpräsentation.)

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