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Siemens-Studie: German Green City Index

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Siemens hat den German Green City Index veröffentlicht, eine Analyse der Leistungen zwölf deutscher Großstädte im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Neben Nürnberg waren auch die Städte Berlin, Bremen, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München und Stuttgart Gegenstand der Studie. Untersucht wurden die Städte in den Bereichen CO2, Energie, Gebäude, Verkehr, Wasser, Abfall & Landnutzung, Luftqualität und Umweltmanagement.
Erfreuliches Ergebnis der Studie ist, dass Nürnberg in allen Bereichen mindestens im Städtedurschnitt liegt, in fünf der acht Themenfelder sogar über dem Durchschnitt. Das ist ein Beleg für die vielen erfolgreich ergriffenen umweltpolitischen Maßnahmen der letzten Jahre, wobei der Ansporn nach wie vor groß ist, noch mehr zu erreichen.

Hier einige Ergebnisse aus dem Bericht:

    „Was die CO2-Intensität anbelangt, schneidet Nürnberg sehr gut ab. Mit 184 Gramm pro Euro BIP betragen die CO2-Emissionen weit weniger als der europäische Schnitt mit 326 Gramm. Bundesweit ist das der zweitniedrigste Wert nach München. Mehr noch: Im Jahr 2008 hat die Stadt ihr Ziel einer CO2-Reduktion von 27% zwischen 1990 und 2010 bereits erreicht.“
    „Bezogen auf die Wirtschaftsleistung der Stadt ist der Energieverbrauch Nürnbergs indes vergleichsweise gering: Mit 2,3 Megajoule pro Euro BIP verbraucht die Stadt nur etwa halb so viel wie die Städte im Europa-Durchschnitt von 4,5 Megajoule.“
    „Nürnberg erzielt in der Kategorie Verkehr ein „überdurchschnittliches“ Ergebnis. Die Stadt verfügt mit 2,9 km pro Quadratkilometer über ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, das von jedem dritten Einwohner (33%) für den täglichen Weg zur Arbeit genutzt wird – im deutschlandweiten Vergleich ist das der dritthöchste Wert.“
    „Der jährliche Pro-Kopf-Wasserverbrauch von 57 Kubikmetern liegt, wie in den anderen unter suchten deutschen Städten auch, deutlich unter dem Durchschnitt der 41 europäischen Städte von rund 93 Kubikmetern.“
    „In der Kategorie Luftqualität liegt Nürnberg „im Durchschnitt“. Dies ist unter anderem auf die vergleichsweise hohe Stickstoffdioxid-Konzentration in der Stadt zurückzuführen. Mit 36 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt sie knapp über dem europäischen Durchschnitt von 34 Mikrogramm, was zumindest teilweise auf die intensive industrielle Tätigkeit zurückzuführen ist.“

Im europaweiten Vergleich zeigt sich, dass es aber noch deutlich besser geht als in deutschen Städten wie Nürnberg. Vor allem die skandinavischen Städte wie Oslo, Kopenhagen und Stockholm fallen immer wieder positiv auf. Was den Radverkehr angeht, ist Nürnberg auf einem guten Weg. Aber die Anstrengungen könnten noch intensiviert werden. Auch der Anteil von erneuerbaren Energien ist in Nürnberg eher gering, was zum Nachdenken anregen sollte. Bei der Stickstoffdioxid-Konzentration in der Stadt herrscht Handlungsbedarf, auch wenn die zum Teil ursächliche intensive industrielle Tätigkeit ein wirtschaftspolitischer Vorteil der Stadt ist. Fazit: ein gutes Zwischenzeugnis, wobei man auf die Leistungen noch aufbauen kann.

Den ganzen Bericht gibt es auf der Internetseite von Siemens zum Download.

Thorsten

Autor: Thorsten

ist seit 2008 Stadtrat in Nürnberg.

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