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Thorsten Brehm | Mein Blog aus dem Nürnberger Rathaus

Drogensüchtige brauchen Unterstützung

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Die Entwicklung der Drogentoten in Nürnberg erschüttert mich. Die Presse hatte berichtet, dass es dieses Jahr schon 23 Drogentote gab, davon starben 10 Menschen im öffentlichen Raum, also auf Toiletten, Parks oder Spielplätzen. Mit mehr und mehr Unverständnis reagiere ich angesichts dieser Zahlen auf die Weigerungshaltung der Staatsregierung beim Thema Drogenkonsumraum. Wir brauchen in Nürnberg ein niederschwelliges Drogenhilfezentrum mit einem Konsumraum. Es braucht eine Einrichtung, an die man sich wenden kann und in der man unter sterilen Bedingungen spritzen kann. Die Zahl der Drogentoten ist viel zu hoch als dass wir diese Prinzipienreiterei der CSU weiter leisten können. Es braucht pragmatische Ansätze um die Menschenleben zu retten.

Seit längerer Zeit steht Nürnberg immer wieder an der Spitze der traurigen Statistik und seit genauso langer Zeit gibt es die Forderung nach einem Drogenkonsumraum. Denn bisherige Konzepte der Prävention scheinen nicht genug Wirkung zu zeigen.

Für mich überwiegen die Vorteile eines solchen Raums sowohl für das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger, da weniger öffentlich z.B. in Parks, auf Toiletten oder sogar auf Spielplätzen konsumiert werden würde, als auch für die Betroffenen: Durch die fachliche Betreuung im Konsumraum wird den Abhängigen Zugang zu Hilfesystemen aufgezeigt und der gesundheitliche Zustand der Konsumenten kann verbessert werden.

Bereits bestehende Drogenkonsumräume in anderen Bundesländern haben das schon bewiesen. Auch in Bayern wächst die Zahl der Unterstützer für die Einführung eines Drogenkonsumraums ständig – neben dem Hauptausschuss der Bayerischen Bezirke unterstützen inzwischen auch der Bayerische Ärztetag und sogar die Münchner CSU entsprechende Pläne. Wir fordern die Staatsregierung deshalb auf, aus fachlichen Gründen ein Modellprojekt für einen Drogenkonsumraum in Nürnberg zuzulassen, zumal hier bereits ein gemeinsam beschlossenes Konzept aller lokalen Einrichtungen der Drogenhilfe dafür vorliegt.

Thorsten

Autor: Thorsten

kandidiert 2020 als Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Nürnberg.

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