Rathausplatz 2

 
 

Thorsten Brehm | Mein Blog aus dem Nürnberger Rathaus

Ein 365-Euro-Jahresticket für Nürnberg?

| Keine Kommentare

Die Finanzierungssituation des ÖPNV bleibt in Deutschland angespannt. Steigenden Ausgaben für Personal und Energiekosten standen in den letzten Jahren sinkende Zuschüsse von Land und Bund gegenüber. Mit der Tarifreform 2015/2016 haben Stadt Nürnberg und VAG allen Kundinnen und Kunden, die sich über ein entsprechendes Ticket dauerhaft binden, ein attraktives Angebot gemacht. In der Preisgestaltung mussten die verantwortlichen Entscheidungsträger aber selbstverständlich Rücksicht auf die wirtschaftliche Situation der Verkehrsbetriebe nehmen. Einem signifikanten Einnahmeausfall wäre keine finanzielle Kompensation gegenübergestanden, weshalb der Tarifreform Grenzen gesetzt waren.

Durch die Ankündigung der Staatsregierung, in den bayerischen Ballungszentren bis 2030 die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets unterstützen zu wollen, ist ein Chancenfenster aufgegangen, die ÖPNV-Finanzierung auf eine weitere Säule zu stellen. Die Beteiligung des Landes an den stetig wachsenden Betriebskosten ist überfällig und dringend notwendig.

Unsere SPD-Stadtratsfraktion hält den anvisierten Zeitplan der Staatsregierung für unnötig zögerlich. Um die Einführung zu beschleunigen müssen deshalb vor Ort die entsprechenden Weichen gestellt und die prognostizierten Einnahmeausfälle berechnet werden, um zu einer soliden Entscheidungsgrundlage zu kommen. Bis das Zeitkarten- Sortiment neu konzipiert und strukturiert ist, sollte die Staatsregierung die jährlich notwendigen Tariferhöhungen (nach den sog. Atzelsberger-Beschlüssen) als Zuschuss fließen lassen. Damit könnten bis zur Einführung eines 365-Euro-Tickets die Preise zumindest eingefroren werden.

In einem offiziellen Antrag habe ich die Stadtverwaltung nun aufgefordert über die Kosten und prognostizierten Einnahmenausfälle eines 365-Euro-Tickets zu berichten. Zudem braucht es eine Schätzung der zu erwartenden Fahrgaststeigerungen und notwendigen Maßnahmen zur Kapazitätserhöhung in Bussen und Bahnen. Auf dieser Basis kann dann mit dem Freistaat Bayern verhandelt werden.

Thorsten

Autor: Thorsten

kandidiert 2020 als Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Nürnberg.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.