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Thorsten Brehm | Mein Blog aus dem Nürnberger Rathaus

Mehr Zeit für das Wesentliche im Leben

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Ich begrüße die Tarifergebnisse der Metall- und Elektroindustrie. Die Beschäftigten haben sich ihre Lohnerhöhung reichlich verdient und zurecht dafür gekämpft. Entscheidender als das Plus auf dem Gehaltszettel ist bei diesem Tarifvertrag aber etwas ganz Anderes. Es geht um ein neues Zeitverständnis. Ein ordentliches Einkommen beruhigt zweifelsohne, macht aber alleine nicht glücklich.

Durch die neuen Regelungen ist es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nun leichter möglich, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und mehr Zeit für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu haben. Das ist ein großer Fortschritt und in seiner gesellschaftlichen Tragweite nicht zu unterschätzen. Endlich wird Flexibilität nicht nur aus Arbeitgebersicht gedacht, sondern auch aus der Perspektive der Beschäftigten. Dieser Ansatz sollte Vorbild für die anderen Branchen sein. Viele Menschen sind zugleich durch die Betreuung der jüngeren wie der älteren Generation in der Familie gefordert. Sie haben nun mehr Zeit für das Wesentliche im Leben.

Unter anderem sieht der Abschluss vor, dass alle Beschäftigten ab 2019 einen Festbetrag von 400 Euro plus ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts erhalten. Beschäftigte, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder in Schicht arbeiten, können wählen, ob sie statt des tariflichen Zusatzgelds acht freie Tage nehmen wollen. Zwei Tage davon finanziert der Arbeitgeber. Der Tarifvertrag sichert zudem den Beschäftigten einen Anspruch auf Reduzierung ihrer Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für bis zu 24 Monate. Danach haben sie das Recht, zu ihrer ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren.

Thorsten

Autor: Thorsten

ist seit 2008 Stadtrat in Nürnberg.

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