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Thorsten Brehm | Mein Blog aus dem Nürnberger Rathaus

Mehr Vermittlungsarbeit auf dem Reichsparteitagsgelände

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Die Diskussion um einen angemessenen Umgang mit dem ehemaligen Reichparteitagsgelände, insbesondere dem Zeppelinfeld, wird in Stadt und Fachkreisen wieder intensiv geführt. Die SPD Nürnberg bekräftigte auf einem Parteiausschuss ihre bisherige Linie: Uns ist wichtig, dass die Zeppelintribüne soweit zugänglich bleibt, dass hier eine historisch-politische Vermittlungsarbeit geleistet werden kann. Wir wollen keinen verbotenen Ort, der wegen baulicher Mängel unzugänglich ist und eine falsche Aura des Geheimnisvollen erzeugt. Ziel muss die Entwicklung eines Vermittlungs- und Nutzungskonzepts für das ehemalige Reichsparteitagsgelände sein. Ein Baustein könnten weitere ‚Tage der offenen Tür‘ mit Infoveranstaltungen oder Bürgergespräche sein. Bei dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände handelt es sich um ein bundesweit einmaliges Areal der Täter und ihrer Inszenierungen. Es ist ein Ort, an dem sich wie an wenigen anderen die Frage der Verführbarkeit der Masse durch Propaganda und inszenierte kultähnliche Handlungen und damit auch die Frage nach der Verankerung des NS-Regimes in der Bevölkerung diskutieren lassen.

Bund, Land und Kommune stehen deshalb gemeinsam in der Plicht diesen authentischen Lernort zu bewahren und die dafür erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Ein Bekenntnis dazu steht auch im Koalitionsvertrag von SPD und Union, in dem die Bundesregierung die Bedeutung des Ortes für Wissensvermittlung sowie die schulische und außerschulische politische Bildung unterstreicht. Es bietet sich deshalb ein „Sicherungsfonds Reichsparteitagsgelände“ an, in dem Mittel für den Substanzerhalt hinterlegt werden.

Neue Bebauungen, die den Gesamteindruck des Geländes stören oder in Frage stellen, sollte daher ausgeschlossen werden. Die Nutzung des Geländes für verschiedene Freizeitaktivitäten ist weiterhin akzeptiert und erwünscht.

Für uns Sozialdemokraten ist zudem klar, dass es eine für alle Zeiten geltende städtebauliche oder architektonische „Gesamtlösung“ nicht geben kann. Auch wenn sich die Stadt an Leitlinien orientiert, muss jede Generation die Möglichkeit behalten, über ihren eigenen Umgang mit dem Gelände zu entscheiden.

Autor: Thorsten

führt seit 2020 die SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg.

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