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Thorsten Brehm | Mein Blog aus dem Nürnberger Rathaus

Ernüchternde Rückmeldung zur Durchbindung der Gräfenbergbahn

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Die Idee klang gut: Die Gräfenbergbahn hätte nach dem Wunsch vieler Verkehrsplaner und Politiker mit der Rangaubahn verbunden werden sollen. Der Zug wär dann von Gräfenberg kommend über den Nordostbahnhof entlang der Ringbahn zum Fürther Hauptbahnhof verkehrt. Von dort führt die Rangaubahn über Zirndorf nach Cadolzburg.

Die Durchbindung wäre eine Bereicherung für den öffentlichen Nahverkehr gewesen. Wir könnten damit eine attraktive West-Ost-Verbindung schaffen und noch dazu ohnehin vorhandene Infrastruktur nutzen. Gutachter hatten dem Projekt im Rahmen der Entwicklung des Nahverkehrsentwicklungsplans der Stadt Nürnberg zunächst einen guten Nutzen-Kosten-Wert attestiert.

Die formal zuständige Bayerische Eisenbahngesellschaft hat ebenfalls ein Gutachten in Auftrag gegeben und kam zu einem anderen Ergebnis. Eine Landtagsanfrage der SPD-Abgeordneten Angelika Weikert stellt die Sachlage anders da. „Die Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass trotz eines vergleichsweise hohen Fahrgastpotentiales sich die Maßnahme bei einer gesamtwirtschaftlichen Bewertung als nicht tragfähig erweist“, heißt es in einer Stellungnahme der Staatsregierung.

Das ist sehr ernüchternd. Sobald das Gutachten in voller Länge vorliegt, werden wir uns das Ergebnis aber im Detail anschauen und auf seine Schlüssigkeit prüfen.

Für mich drängen sich einige Fragen auf. Warum wir bei prognostizierten 4.800 Fahrten am Tag auf einer ohnehin vorhandenen Trasse keinen ordentlichen Nutzen-Kosten-Faktor bekommen, ist nicht unbedingt eingängig. Der Freistaat schätzt die notwendigen Investitionen in Schallschutz zwischen Fürth und Nürnberg auf 13 Millionen Euro, weitere Maßnahmen wie Streckenertüchtigungen und Haltestellen auf weitere 33 Millionen. Ich weiß, dass für eine richtige Reaktivierung natürlich auch Investitionen im nennenswerten Umfang getätigt werden müssen. Aber Seitens der Bahn muss für die Instandhaltung früher oder später ohnehin Geld in die Hand genommen werden. Das sollte man entsprechend berücksichtigen. Deshalb will ich das Thema im städtischen Verkehrsausschuss aufgreifen.

Autor: Thorsten

führt seit 2020 die SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg.

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