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Thorsten Brehm | Mein Blog aus dem Nürnberger Rathaus

Neue Mikrokredite für Kleinunternehmen

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An dem Thema Förderung für Existenzgründer arbeite ich schon seit längerer Zeit zusammen mit meiner Stadtratskollegin Katja Strohhacker. Im letzten Wirtschaftsausschuss des Stadtrats konnten wir für diese wieder einen Erfolg verbuchen: Auf unsere Initiative wird es demnächst für viele Existenzgründerinnen und -gründer und Kleinbetriebe ein neues Finanzierungsangebot geben. So soll es zukünftig als Ergänzung des Programms „Soziale Stadt“ einen so genannten „Quartiersbanker“ geben.

Im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Mikrofinanzierung im Quartier – MIQUA“ soll dieser über Mikrokredite beraten und Erstkredite bis zu 5.000 Euro mit einer Laufzeit von 24 Monaten vergeben. Wird der Kredit erfolgreich zurückgezahlt, kann ein Folgekredit über die doppelte Summe gewährt werden. Der Kredit selbst wird über die GLS Bank ausgereicht. Wir erhoffen uns durch das neue Angebot nachhaltige Impulse für strukturschwache Gebiete.
Das neue Angebot ist wichtig, weil es für viele Existenzgründer und Kleinbetriebe nach wie vor schwer ist, an Kredite zu kommen. Der Grund: Die vorhandenen Finanzierungsinstrumente werden den Bedürfnissen dieser Zielgruppe nicht gerecht. Eine Kapitalbeschaffung bei Banken ist für viele Kleinunternehmen kaum möglich. Häufig können kleine Unternehmen die üblichen Sicherheiten, die eher auf Großkredite ausgerichtet sind, nicht erfüllen und verfügen nicht über genügend Eigenkapital. Der kürzlich erschienene Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht der Metropolregion Nürnberg belegt dieses Finanzierungsdefizit exemplarisch für die Kreativbranche. Leider geht damit viel an wirtschaftlichem Potenzial verloren. Was wir brauchen ist deshalb ein schnelles, unkompliziertes und zielführendes Angebot. Das würde helfen, Arbeitsplätze zu sichern. Fachleuten zufolge ist mit einer starken Nachfrage nach Mikrokrediten von Einzelhändlern und Anbietern unternehmensnaher Dienstleistungen zu rechen. Ein besonderes Interesse wird von Frauen und Unternehmern mit Migrationshintergrund erwartet.

Neben den neuen „Quartiersbankern“ gibt es mittlerweile auch einige private und vom Deutschen Mikrofinanz Institut anerkannte Mikrokreditanbieter, die in der Region tätig sind. Entsprechende Informationen und Kontaktdaten hat das Wirtschaftsreferat unter www.wirtschaft.nuernberg.de zusammengetragen. Durch die einzelnen Bausteine ergibt sich damit auch in Nürnberg zukünftig ein attraktives Angebot.

Derzeit arbeiten wir als SPD an einer städtischen Informationsplattform für alle Rat suchenden Existenzgründer. Das Angebot an Beratung und Unterstützung in der Region ist vielfältig, aber unübersichtlich. Eine “virtuelle” Anlaufstelle, die allen Interessierten einen Wegweiser durch den Beratungsdschungel bietet und an die richtigen Ansprechpartner führt, ist deshalb notwendig.

Autor: Thorsten

führt seit 2020 die SPD-Stadtratsfraktion Nürnberg.

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